"Nach Strich und Faden"
Wussten Sie schon, woher die Redensart "nach Strich und Faden" kommt?
Wer wurde nicht schon einmal "nach Strich und Faden" belogen? Zwar wird diese Redensart heute meist im negativen Sinn gebraucht. Ursprünglich wurde sie jedoch ohne Wertung angewandt.
Denn bei dieser Wendung handelt es sich um eine Qualitätsaussage, die bedeutet, etwas gut, gründlich, nach allen Regeln der Kunst und vollständig zu tun. Der Begriff stammt aus dem Weberhandwerk: "Strich" und "Faden" hängt damit zusammen, dass sich das Gewebe aus zwei sich kreuzenden Fäden zusammensetzt. Man prüfte nach dem Weben eines Stoffstückes, ob die Arbeit hinsichtlich des geforderten Webmusters – des Striches – korrekt ausgeführt wurde und ob kein Fadenbruch vorlag. Fiel diese Prüfung "nach Strich und Faden", also nach Webart und Fadenbruch, positiv aus, war das gewebte Stück korrekt und gründlich hergestellt worden.
Wer nun also jemanden "nach Strich und Faden" belügt, der schwindelt nicht nur ein wenig, sondern sagt in vollem Maße, d.h. gründlich und konsequent, die Unwahrheit. Während des 19. Jahrhunderts fand diese Wendung als Redensart Eingang in die Sprache.

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