Strohwitwe/r

Wussten Sie schon, woher der Begriff "Strohwitwe/r" kommt?

Wer war nicht schon einmal für einige Tage „Strohwitwe“ oder „Strohwitwer“? Diese Begriffe beschreiben, dass ein Ehe- oder Lebenspartner für eine gewisse Zeit alleine zu Hause bleibt, während der andere auf Reisen ist. Doch weshalb enthält diese Bezeichnung den Begriff „Stroh“?In vergangenen Zeiten war Stroh ein wichtiger Rohstoff. So nutzten die Menschen im Schwarzwald dieses beim Dreschen übrig gebliebene Naturmaterial nicht nur für die Tiere in den Ställen, sondern auch zum Decken ihrer Häuser. Darüber hinaus machten sie es sich aber auch zur Herstellung verschiedener Gebrauchsgegenstände zunutze: Es war die Grundlage für die geflochtenen Strohbänder, aus denen man z.B. Strohtaschen oder Strohhüte, wie sie in verschiedenen Gegenden des Schwarzwaldes zur Tracht getragen werden, zusammennähte.Auch im häuslichen Bereich wurde Stroh genutzt, denn während wir uns heute auf bequemen Matratzen aus Kaltschaum, Latex oder gar Wasser betten, schliefen die Menschen in früheren Zeiten auf Leinensäcken, die mit Stroh waren. Meist handelte es sich um Haferstroh, das weicher war als anderes Stroh. Ein Mal im Jahr nach der Ernte wurden die Säcke neu befüllt. Wenn nun die Ehefrau zu Hause verweilte, während der Ehemann das gemeinsame Heim verlies, lag sie während dieser Zeit nicht wie üblich neben ihrem Gatten, sondern alleine auf dem Stroh, weshalb man sie als „Strohwitwe“ bezeichnete.