"Wo der Barthel den Most holt"
Wussten Sie schon, woher die Redensart „wo der Barthel den Most holt“ kommt?
„Der weiß, wo der Barthel den Most holt“, das sagt man über jemanden, der weiß, wo es langgeht, der sich zu helfen weiß und hintertrieben ist. Aber woher rührt diese Redewendung?Zwar bestehen für diese bekannte Wendung mehrere - teils abenteuerliche - Erklärungsversuche, es gibt allerdings eine sehr plausible Deutung, die auf ein 1872 in Augsburg erlassenes Gesetz zurückgeht. Danach verloren alle Wirte ihre Schankgenehmigung, wenn sie an Bartholomä (24. August) keinen Most ausschenken konnten. Weil es nun zu dieser Zeit für Traubenmost zu früh, für Obstmost recht knapp und für die Bestände des letzten Jahres viel zu spät war, musste man sich als Wirt schon zu helfen wissen, wenn man an „Barthel“ einen genießbaren Most auftischen wollte.Most selbst hat indes eine jahrhundertelange Geschichte. Er ist eines der ältesten Kulturgetränke im Alpenraum und nördlich davon. Dass er schon derart lange so beliebt ist, hat den einfachen Grund, dass er das einzige Getränk war, das die einfachen Menschen selbst in großen Mengen herstellen und lagern konnten. Vom Baum heruntergefallene Äpfel und Birnen, das sogenannte Fallobst, wurden gesammelt, gewaschen, zermahlen und schließlich in der Trotte gepresst.Den frisch gekelterten Saft bezeichnet man zunächst als Süßmost. Erst während der nachfolgenden Fasslagerung wandeln die im Saft enthaltenen Hefepilze den Zucker zu Alkohol um und lassen durch diesen Gärungsprozess – je nach Region oder Dialekt – den Most, Apfelwein oder Moschd entstehen.
Übrigens: Auch im Schwarzwald hat das Mosten Tradition. Deshalb sind Sie jedes Jahr im Oktober vor dem Lorenzenhof im Freilichtmuseum täglich dazu eingeladen, den vom Museumsteam zubereitet Moschd zu kosten.

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